Donnerstag, 5. August 2010

Nintendo:Über Clouds & Akzeptanz

Im Rahmen einer Fragerunde äußerte sich Satoru Iwata nach der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen mal wieder zur Lage und Zukunft seines Unternehmens. So wollte man dort beispielsweise wissen, wie Nintendo zum Thema Cloud Computing steht.

"Einige der Technologien in unseren Konsolen würde sich sehr dafür eignen, aber andere werden niemals geeignet sein für Cloud Computing. Beispielsweise würde schon eine kleine Verzögerung nach einem Knopfdruck die Kunden stören."

Man werde sich Cloud-Computing sicherlich dort zu Nutze machen, wo es Sinn ergibt. Das würde man dann aber mit Partnern machen, anstatt eigene Farmen aufzubauen. Aufgrund der Verzögerung und der Limits hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit sei er aber überzeugt davon, dass der Trend auf absehbare Zeit nicht jeden Bereich des Unterhaltungssegments erobern wird, so der Nintendo-Chef.

Hinsichtlich der Planung kommender Produkte heißt es:

"Natürlich sollten wir versuchen, ansprechende Produkte zu entwickeln, die die Leute weiterhin begeistern, Anderseits ist es aber auch nicht gut, wenn diese Begeisterung Probleme in der Familie verursacht oder die Lebensbalance des Nutzers beeinflusst. [...] Ich glaube, die soziale Akzeptanz von Videospielen wird sich nie verbessern, wenn wir nur versuchen, Nutzer anzuwerben, ohne uns der potenziellen Probleme bewusst zu sein."

Nintendo habe darüber nachgedacht, eine Art Timer in die eigenen Geräte zu implementieren, die es Eltern gestatten würden, die Spielzeit für ihre Kinder festzulegen. Allerdings habe man sich dann gefragt, wie sich der Nutzer fühlen würde, wenn ein Spiel an einer besonders spannenden Stelle plötzlich beendet wird. Deswegen habe man sich dazu entschlossen, lieber die Spielzeit aufzuzeichnen. Diese kann dann von den Eltern eingesehen werden. Das würde auch die Kommunikation innerhalb der Familie anregen, schließlich müssten die Eltern dann auch mal mit ihren Kindern darüber reden.

Der DS habe kein derartiges System, da er zwei Jahre vor der Wii konzipiert wurde. Im Falle des 3DS denke Nintendo aber über einen vergleichbaren Ansatz nach. Man könne aber noch nicht sagen, ob das wie auf der Wii funktionieren wird - oder darüber hinausgeht.

Iwata stellte auch nochmal klar, dass der Hersteller nicht vorhat, Software für Hardware von anderen Unternehmen zu produzieren. Die Qualität der Spiele Nintendos sei oft auch ein Resultat der Ergebnis der Software- und Hardwareentwickler im Unternehmen.

"Unsere Softwareleute liefern den Hardwareentwicklern häufig Vorschläge für neue Hardware, und sie spielen sich weiterhin einander ideen-mäßig die Bälle zu. Das Ergebnis waren einige einzigartige und originelle Konzepte, wie sie nur dieses Unternehmen in dieser überdurchschnittlichen Häufigkeit präsentieren kann. [...]

Die Geräte anderer Hersteller haben oft Merkmale, die Nintendo niemals annehmen wird. Es geht nicht darum, welches Unternehmen richtig oder falsch liegt. Es geht um unterschiedliche Firmenphilosophien. Deswegen gibt es derzeit auch keine Pläne dafür, die Hardware anderer Hersteller mit Software zu versorgen. Das könnte sich vielleicht kurzfristig für Nintendo lohnen, aber wir denken, dass der Wert der Nintendo-Plattform damit langfristig gesehen gemindert wird."


Auch Shigeru Miyamoto kommt zu Wort und lässt verlauten, er sei durch die Vorbereitungen des 3DS-Launches bestens ausgelastet. Die Arbeiten an Pikmin 3 würden allerdings gut voranschreiten. Zu neuen Projekten werde er sich aber vermutlich erst im nächsten Jahr äußern.

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