Dienstag, 13. Juli 2010

Datenschutz: So spioniert Apple die Kunden aus

Die meisten Käufer sind sich der Problematik bewusst, verdrängen sie allerdings: Mit dem Kauf eines iPhones oder eines anderen Produkts, akzeptieren sie die Datenschutzrichtlinien. Datenschützer warnen. Die besonders kritischen Pasagen findet ihr hier.

Unsere Kollegen vom schweizer Tagesanzeiger haben die kritischen Stellen in Apples Datenschutzrichtlinien herausgesucht und sind dabei auf einige sehr bedenkliche Dinge gestoßen. Dabei sind sie völlig legal: Wer ein Apple-Produkt kauft, gibt mit dem Kaufvertrag sein Einverständnis zur Datennutzung. Die neuen Richtlinien gelten seit dem 21. Juni.

Wie die Daten verwendet werden:

“Apple und seine verbundenen Gesellschaften können diese personenbezogenen Daten untereinander austauschen und sie nach Massgabe dieser Datenschutzrichtlinie verwenden. Diese Gesellschaften können solche Daten auch mit anderen Informationen verbinden, um unsere Produkte, Dienstleistungen, Inhalte und Werbung anzubieten oder zu verbessern.”

Wie die Daten erfasst werden:

“Wenn Sie eine Apple-ID erstellen, Ihre Produkte registrieren, sich für einen Geschäftskredit bewerben, ein Produkt kaufen, ein Softwareupdate downloaden, sich für einen Kurs in einem Apple Einzelhandelsgeschäft anmelden oder an einer online Umfrage teilnehmen, können wir eine Vielfalt von Daten erfassen (…)”

Welche Daten erfasst werden:

“(…) einschliesslich Ihre Namen, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Informationen zu Ihrer bevorzugten Kontaktaufnahme und Kreditkarteninformationen.” Ausserdem: “Wir erfassen Informationen wie namentlich Beruf, Sprache, Postleitzahl, individuelle Geräteidentifizierungsmerkmale sowie den Ort und die Zeitzone, wo Apple-Produkte verwendet werden (…).” Sowie: “Apple und unsere Partner und Lizenznehmer (können) präzise Standortdaten erfassen, verwenden und weitergeben, einschliesslich des geographischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit.”

An wen die Daten weitergegeben werden:

“Mitunter wird Apple bestimmte personenbezogene Daten an strategische Partner weitergeben, die mit Apple zusammenarbeiten, um Produkte und Dienste zu erbringen, die Apple helfen, Marketingleistungen an Kunden zu erbringen.” Bezüglich der Standortdaten: “Diese Standortdaten werden von Apple und unseren Partnern und Lizenznehmern verwendet, um Ihnen standortbezogene Produkte und Dienste anzubieten und diese zu verbessern.”

Auch der Staat kann Daten erhalten:

“Mitunter kann es für Apple nötig sein – aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen, Rechtsvorgängen, Rechtsstreitigkeiten und/oder Anfragen von öffentlichen und Regierungsbehörden innerhalb oder ausserhalb Ihres Wohnsitzlandes – Ihre personenbezogenen Daten offen zu legen. Ausserdem können wir Daten über Sie offen legen, wenn wir der Überzeugung sind, dass dies für die nationale Sicherheit, Gesetzesvollzug oder andere öffentliche Interessen notwendig ist.”

Wie die Daten verwendet werden können:

“Apple gibt personenbezogene Daten weiter an Unternehmen, die Dienste erbringen, wie zum Beispiel die Verarbeitung von Informationen, Kreditgewährung, Ausführung von Kundenbestellungen, Lieferung von Produkten an Sie, Verwaltung und Pflege von Kundendaten, das Zurverfügungstellen eines Kundendiensts, die Bewertung Ihres Interesses an unseren Produkten und Leistungen sowie das Betreiben von Kundenforschung oder die Durchführung von Umfragen zur Kundenzufriedenheit.”

Apple weist auf Anfrage darauf hin, dass der Kunde auf dem iPhone (OS4) und iPad unter Einstellungen / Allgemein die Ortungsdienste deaktivieren könne. Viele Apps wie beispielsweise jene der SBB oder von Navigationssystemen bieten ebenfalls die Möglichkeit, die Standortbestimmung auszuschalten. Eine ganze Reihe von Diensten lassen sich dann jedoch nicht mehr sinnvoll nutzen.

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